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Katholische Betriebsseelsorge
Diözese Rottenburg-Stuttgart
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Tuttlingen
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Stadt Tuttlingen

Tuttlingen
Solidarität
3.5.2021

Solidarität ist Zukunft

- ein Mut machendes und Weg weisendes Motto. "Wir haben (nur) eine (gute) Zukunft, wenn wir solidarisch leben und zusammenhalten", so Betriebsseelsorger Thomas Maile zum diesjährigen 1.Mai-Motto des DGB.

Gewerkschaftliche Solidarität hat schon in der Vergangenheit einiges bewirkt wie etwa den Acht-Stunden-Tag, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, die Alterssicherung und vieles mehr. Auch in der Gegenwart haben die Warnstreikaktionen der IG - Metall in diesem Frühjahr Bewegung in die Tarifverhandlungen gebracht und zu einem guten Ergebnis geführt. Solidarität ist eine große, verändernde Kraft. Sozialer Fortschritt und Gerechtigkeit sind noch nie einfach vom Himmel gefallen. Alles musste solidarisch erkämpft werden. Und auch in Zukunft ist Solidarität notwendig, damit die Veränderungen in Gesellschaft und Arbeitswelt menschlich, fair und gerecht gestaltet werden.

In ihren Sozialrundschreiben würdigen die Päpste das Wirken der Gewerkschaften, wenn sie sagen: „Die Verbesserung der Lebenslage der Arbeitnehmerschaft ist ohne Gewerkschaften nicht möglich“ und „die Gewerkschaften sind ein unentbehrliches Element der Gesellschaft“. Allerdings wäre es an der Zeit, dass die Kirche als große Arbeitgeberin diesen Worten auch Taten folgen lässt, indem sie mit den Gewerkschaften vorbildliche Tarifverträge aushandelt.

Solidarität ist auch eine zentrale Dimension des Glaubens. Denn der Gott der Bibel erweist sich solidarisch an der Seite seines Volkes. Er führt es mit starker Hand aus der Arbeitssklaverei Ägyptens heraus. Israel erfährt ihn als befreienden Gott, der die Strukturen der Ausbeutung und Unterdrückung überwindet. Die Solidarität Gottes mit uns Menschen erfahren wir auch im Leben, Sterben und der Auferstehung von Jesus Christus. Dieser solidarische Gott ist für mich als Betriebsseelsorger Triebfeder und Kraftquelle, selbst solidarisch zu handeln, Menschen in Not beizustehen und mich mit anderen zusammen für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen.

Solidarität ist auch der Schlüssel, um die Pandemie und deren Folgen zu bewältigen. Wenn wir Zusammenhalten und einander helfen, dann wird dies gelingen. Dazu gehört auch, dass diejenigen, die breitere Schultern haben, mehr tragen, als diejenigen mit schmaleren Schultern.

Und vergessen wir nicht: Solidarität beginnt schon im Kleinen, wenn einer dem anderen hilft, ohne viele Worte zu machen.