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Katholische Betriebsseelsorge
Diözese Rottenburg-Stuttgart
Barbarafigur
Copyright Hinweis

Bild: Birgit Elsasser

Heilbronn
15.12.2025

Glück auf - Andacht zur Barbarafeier im Salzbergwerk Heilbronn

Die Betriebsseelsorge Heilbronn und die Betriebsseelsorge Stuttgart 21 gestalteten am 04. Dezember die Barbarafeier im Salzbergwerk Heilbronn

5.15 Uhr Anreise aller Beteiligten. Auf dem Gelände der Südwestdeutsche Salzwerke AG versammeln sich Verwaltungsmitarbeitende, Diakon Peter Maile, Betriebsseelsorgerin Birgit Elsasser, von den Salzwerken, Natascha Groll und Robin Schulz und natürlich all diejenigen, die um diese Zeit sowieso zum Schichtwechsel ankommen. Denn um sechs Uhr endet die Nachtschicht und es übernimmt die Frühschicht.

Für mich eine ganz ungewohnte Zeit, für viele andere beginnt der Tag dann, wenn es sich für mich noch wie Nacht anfühlt. Schon als ich um 4 Uhr morgens meinen Kaffee zu Hause trank, bevor ich mich auf den Weg machte, erschrak ich über das vorbeihuschende Licht unseres Zeitungsausträgers an der Haustüre. Den nehme ich sonst auch nicht so oft wahr.

Das muntere „Glück auf“ nimmt mich mit in die Welt der Bergleute, ja, möge der Berg sich auftun und neue Schätze zeigen und gleichzeitig alle unter Tage Arbeitende vor Unheil und Gefahr schützen.

Die Abfahrt in den Schacht ist ein bisschen wie der „Fall“ in eine andere Welt. Aber dann geht die Schutztüre auf und als Erstes strahlt uns ein festlich geschmückter Weihnachtsbaum entgegen.

Traditionen werden unter Bergleuten hochgehalten und der Sinn fürs Schöne ist erst recht unter Tag zu wahren. Ich bewundere, wie schön der Baum funkelt, irgendwie überraschend berührend, hier an diesem Ort.

In einer extra noch leer gehaltenen Salzlagerhalle ist für die Feier alles vorbereitet. Im Dämmerlicht stehen Reihen von Stühlen, die alle ausgerichtet sind auf die Statue der heiligen Barbara. Sie ist als Schutzpatronin der Bergleute in jedem Bergwerk oder auch beim Tunnelbau zu finden. 

Ihr zum Dank und verbunden mit der Bitte um Schutz und Begleitung bei der täglichen Arbeit versammeln sich alle Interessierten. Ungefähr 250 Anwesende (vorwiegend Männer und auch ein paar Frauen) sind zur Feier gekommen. Die Legende der Heiligen wird in jedem Jahr wieder neu erzählt und beschreibt den tiefen Glauben der jungen Frau und welche Rolle die Natur bzw. die Berge in ihrem Martyrium spielten. Peter Maile greift in seinem Bibeltext einen Aspekt aus unserem Leben heraus und geht ins Detail. Was kann uns die Legende zeigen und was haben biblische Texte für eine Botschaft für uns, heute, in unserer Welt und vielleicht auch an unserer Arbeitsstelle. Die Stille in der „Salzkapelle“ tut gut. Und dann singt noch der neu gegründete kleine Bergmannschor, der die Andacht feierlich umrahmt. Toll!! Ich kann für einige Zeit Gast in dieser besonderen Gemeinschaft sein. Und auch schön, im Anschluss noch die Gelegenheit zu haben, ein paar Menschen bei ihrer Arbeit unter Tag zu besuchen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Ich weite meinen Blick über meinen Tellerrand hinaus, höre zu, wer die Menschen sind, wie sie leben, wie ein Alltag jenseits meiner kleinen Erfahrungswelt aussehen kann, was andere bewegt…

Nach meinem Vormittag im „Untergrund“ bin ich ziemlich müde, total bereichert und sehr beschenkt. Ich freue mich auf mehr Gelegenheiten und weitere Begegnungen.

Birgit Elsasser

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