Die Betriebsseelsorge informierte auf dem Wochenmarkt in Biberach am Samstag, 28. Februar zusammen mit Frauen der AG Geschlechter Gerecht der Stadt Biberach zum Equal Pay Day und dem Equal Care Day.
Der Equal Pay Day am 27. Februar markiert symbolisch die geschlechtsspezifische Lohnlücke von 16 Prozent.
Bis zu diesem Tag müssen Frauen umsonst arbeiten, während Männer seit dem 01. Januar 2026 für ihre Arbeit bezahlt werden. In Baden-Württemberg fällt dieser Unterschied sogar noch größer aus.
Umgerechnet sind das 58 Tage, an denen Frauen über den Jahreswechsel hinaus länger arbeiten müssen als Männer, um auf dasselbe durchschnittliche Jahresgehalt zu kommen.
Unter dem Motto „equal pay every day“ rückt die diesjährige Kampagne in den Fokus, wie sich der Gender Pay Gap im Laufe des Lebens entwickelt und auswirkt.
Vom Erlernen von Rollenbildern in Kindheit und Jugend über die Berufswahl und die Familiengründung bis zur Rente und weiblichen Altersarmut:
Anhand der verschiedenen Lebensabschnitte wird deutlich, wie gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Strukturen Lohngleichheit immer wieder erschweren und an welchen Stellschrauben es gelingen kann, das zu ändern.
Care-Arbeit ist überwiegend “unsichtbare Arbeit”. Sie wird, genau wie der Schalttag 29. Februar, oft übergangen.
Daher findet der Equal Care Day am 29. Februar in Schaltjahren und in allen anderen Jahren am 1. März statt.
Der Equal Care Day liegt auch deshalb auf dem 29. Februar, weil Care-Arbeit zu 80% von Frauen übernommen wird, ob im Privaten, im Ehrenamt oder im professionellen Bereich. Männer übernehmen also 20% und brauchen damit vier Mal so lange, um denselben Umfang an Fürsorge- und Care-Arbeit beizutragen.
Equal Care meint die faire und gleichwertige Verteilung von Sorgearbeit; fair nicht nur im Hinblick auf die Verteilung zwischen den Geschlechtern, sondern auch zwischen arm und reich, alt und jung, zugezogen und alteingesessen. Equal Care bezieht alle Sorgetätigkeiten in ihrer Gesamtheit mit ein, ohne einzelne Care-Bereiche herauszugreifen und gegeneinander auszuspielen, um sie in gegenseitigen Wettbewerb zu setzen (professionell und privat, bezahlt und unbezahlt, Erziehung und Pflege, stationär und ambulant…).
Gleichwertig bedeutet nicht, dass alle den gleichen zeitlichen Umfang an Care-Arbeit leisten müssten, damit eine faire Verteilung erreicht ist, aber Equal Care ist die Aufforderung an all jene, die von der (privaten) Sorgearbeit profitieren, insbesondere Staat und privatwirtschaftliche Unternehmen, Care nicht als Allgemeingut und Ressource auszubeuten zur eigenen Gewinnmaximierung.
Equal Care ist der Appell, Verantwortung zu übernehmen, Care-Arbeit zu honorieren und einen gesellschaftlichen Ausgleich zu schaffen, damit Sorgetätige nicht finanziell und ideell bestraft werden für ihre systemrelevante Arbeit.