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Katholische Betriebsseelsorge
Diözese Rottenburg-Stuttgart
Biberach Equal Pay Day 2025
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Biberach
Equal Pay Day
9.3.2025

Equal Pay Day 2025 in Biberach

Am Vorabend des Equal Pay Days am 06.07.25 fand die Veranstaltung "Gender Pay Gap - Sind Frauen dümmer oder Männer überbezahlt?" Film und Diskussion im Alfons-Auer-Haus in Biberach statt.

Der Equal Pay Day markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der laut statistischem Bundesamt in Deutschland im Jahr 2023 18 Prozent betrug. In Baden-Württemberg fällt dieser Unterschied sogar noch größer aus. Umgerechnet sind das 66 Tage, an denen Frauen über den Jahreswechsel hinaus länger arbeiten müssen als Männer, um auf dasselbe durchschnittliche Jahresgehalt zu kommen.
"Gender Pay Gap - Sind Frauen dümmer oder Männer überbezahlt?" ist eine 25-minütige Dokumentation (2024), die sich mit dem Thema der geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede in Deutschland befasst. Der Film konzentriert sich speziell auf die Situation in Baden-Württemberg, dem Bundesland mit dem höchsten Gender Pay Gap.

Im Anschluss an den Film gab es eine spannende Podiumsdiskussion, für die wir unter anderem Frau Astrid Siemes-Knoblich gewinnen konnten, um die es auch in der Dokumentation geht.
Astrid Siemes-Knoblich hat in der Stadt Müllheim als Rathauschefin gearbeitet und musste erfahren, dass sowohl ihr Vorgänger als auch ihr Nachfolger in einer höheren Besoldungsstufe eingestuft gewesen sind. Gegen diese Ungleichbehandlung ist sie rechtlich vorgegangen und hat gewonnen. Mit ihrer Agentur Go!Female möchte sie anderen Frauen zur Seite stehen und für geschlechtsspezifische Themen sensibilisieren. Mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Verwaltung, der Wirtschaft, dem Kunstbereich, der Gewerkschaft und dem Gesundheitssektor haben wir uns über die Gründe für die Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern ausgetauscht:
- Frauenberufe sind schlechter bezahlt.
- traditionelle Rollenbilder: Frauen leisten 4 mal mehr unbezahlte care-Arbeit bei der Kindererziehung und Pflege von Angehörigen als Männer
- Über 50 % der Frauen (30 - 65 J.) arbeiten in Teilzeit.
...
und mögliche Handlungsansätze diskutiert.

🔥Die kath. Betriebsseelsorge Biberach setzt sich für eine faire Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit ein und fordert Care-Arbeit auch finanziell zu honorieren.

Diskussionsrunde von li. n. re.: Astrid Siemes-Knoblich (Ex-Rathauschefin), Christoph Dreher (IG Metall), Irene Emmel (Dezernentin LRA BC), Helga Reichert (Filmtage Oberschwaben), Carmen Hagmann (Oberärztin Sana-Klinik BC), Katrina Dibah-Lavorante - Moderation (Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Biberach)

➡Astrid Siemes-Knoblich forderte die Frauen auf, Ungerechtigkeiten in der Bezahlung nicht länger hinzunehmen, sondern sich dagegen zu wehren.
➡Christoph Dreher, stellv. Bevollmächtigter IG Metall Ulm. Er betonte, dass die Tarifbindung dazu beiträgt, dass Frauen besser bezahlt werden.
➡Irene Emmel, Dezernentin Landratsamt Biberach wies darauf hin, dass schon bei den Stellenausschreibungen in der Verwaltung die Besoldungsgruppe aufgeführt wird, ansonsten würde sich auf die Stelle niemand bewerben.
➡Helga Reichert von den Filmtagen Oberschwaben berichtete, dass beim Theater das Gehalt oft noch vom Verhandlungsgeschick der Frauen abhängt.
➡Carmen Hagmann, Oberärztin in der Sana-Klinik bedauert, dass Pflegeberufe immer noch schlechter bezahlt sind als Ausbildungsberufe in der Industrie und Wirtschaft.

Herzlichen Dank an Katrina Dibah-Lavorante (Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Biberach) für die Idee zu dieser Veranstaltung und die tolle Moderation und Daniela Brüggemann-Grab von der kath. Erwachsenenbildung für die Eröffnung des Abends und die einführenden Worte.
Der Abend fand in Kooperation mit der AG Geschlechter Gerecht der Stadt Biberach statt.