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Katholische Betriebsseelsorge
Diözese Rottenburg-Stuttgart
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50 Jahre Jubiläum
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Ulm
Jubiläum
30.1.2021

LKW-Fahrer Bernd Wimmer bringt viele Jahre am Heiligabend Freude zu den Beschäftigten

Über die ehrenamtliche Tätigkeit, Feste und Aktionen mit Fernfahrer*innen berichtet Bernd Wimmer

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Weihnachtsaktion und Trucker-Stammtisch sind Erinnerungen an die Betriebsseelsorge

Kaum den Führerschein in der Hand, als junger Mann war Bernd Wimmer viele Jahre treu an der Seite von Betriebsseelsorger Werner Baur und Alfons Forster unterwegs am Heiligabend zur Weihnachtsaktion. Von 17 Uhr am Heiligabend bis morgens um 8 Uhr des 1. Weihnachtsfeiertages besuchten sie arbeitende Menschen und überbrachten ein Dankeschön. Ein sehr interessanter Einsatz in Krankenhäuser, Polizeistationen, bei Pförtnern und vielen anderen für Bernd. Erst nach der Geburt seines Sohnes feierte er wieder Weihnachten im Kreise seiner Familie.

Seine Ausbildung zum Landwirt sollte ihn auf den Fersen des Vaters ins Landwirtschaftsamt nach Ehingen führen. Doch gab es zu allen Zeiten Sparmaßnahmen und so wurde das Amt in Ehingen geschlossen und die Geschäfte nach Ulm verlegt. Das veranlasste Bernd zu einer 2. Ausbildung als Industriemechaniker. Nach Abschluss seiner Ausbildung kam er zum LKW-Fahren. Durch seine Verbindung zur Betriebsseelsorge war er sofort bei dem neu gegründeten Trucker-Stammtisch dabei. Die LKW-Seelsorge war ein Markenzeichen der Ulmer Betriebsseelsorge. „Wir hatten aufgrund unseres Lebens im LKW keine Zeit für Fortbildungen“ da waren die sonntäglichen Stammtische einmal im Monat ein wichtiger Ort zum Austausch. „Wir waren ein vertrauter Kreis, da konnten wir anders miteinander reden, als auf der Straße“, Fragen und Probleme gab es genug um sich zu beraten und auch einfach mal über die Erlebnisse der Woche zu erzählen.

In sehr guter Erinnerung sind die wertvollen Informationen der Polizei, der Krankenkasse oder zur Ernährung. Das Highlight waren die schönen Begegnungen beim Grillfest in Laichingen beim Motorsportverein. Da waren auch Familien eingeladen. „Das hat mir am meisten gefallen, obwohl ich noch keine Familie hatte“.

Bernd hat in den letzten Jahren den Kontakt zur Betriebsseelsorge verloren. Er engagiert sich als Kirchengemeinderat der evangelischen Kirche in seinem Heimatort. Seine beruflichen Herausforderungen waren in dieser Zeit groß. Kündigung, Arbeitslosigkeit und keine neue Berufsperspektive, zwingen ihn wieder in den LKW. Vielleicht führt dieser Anlass 50-Jahre Betriebsseelsorge wieder zurück, das wäre schön.

Das Interview führte Betriebsseelsorgerin Susanne Hirschberger am 4. Dezember 2020 bei einem Online-Treffen aufgrund der Pandemie.