Direkt zum Inhalt
Katholische Betriebsseelsorge
Diözese Rottenburg-Stuttgart
Wabisah rechnet
Ulm

Danke für die Unterstützung der Homeschool für sozial benachteiligte Kinder

Lernbegleitung per Videocall für Kinder gesucht!
Kinder werden von Ehrenamtlichen per Videokonferenz beim Homeschooling im Lockdown unterstützt.

4 Monate unterstützen Edith und Regina eine pakistanische Familie im Lockdown bei den Hausaufgaben. Am letzten Schultag 13. März bekommen Zakwan, 5. Klasse Realschule und Wabisah, 1. Klasse Aufgaben  bis zu den Osterferien von ihren Lehrerinnen. Zurück in der Flüchtlingsunterkunft versuchen sie gemeinsam mit den Eltern die Aufgaben zu lösen. Zaviyan 5 Jahre in der Kita hat keine Aufgaben. Die Mama schreibt ihm Hefte mit Buchstabenübungen und leichten Rechenaufgaben. Auf der Kindertafel spielt er Schule.

Bis zum Beginn der Osterferien gab es keinen Kontakt zu den Einrichtungen der Kinder. Mathematik bereitete Zakwan nach kurzer Zeit Schwierigkeiten. Durch die mangelnden Deutschkenntnisse der Eltern konnten sie ihre Kinder nicht unterstützen. Die Ehrenamtlichen, zumeist Risikogruppe, haben sich natürlich zurückgezogen. Völlig alleingelassen versuchen sie den Anforderungen gerecht zu werden. Doch wie sollen Kinder ihre eigenen Lehrer*innen sein? In Familien, die mit dem deutsche Schulsystem nicht aufgewachsen sind, blieb die Unterstützung aus. Um dieser Situation zu entgegnen haben Edith und Regina täglich mit den Kindern per Videokonferenz die nötige Unterstützung bereitgestellt, damit die Kinder erfolgreich ihre Aufgaben lösen konnten. Sie haben den Kontakt zu den Lehrer*innen gesucht, wenn Aufgaben unklar waren. Für die Familie war es fast der einzige Kontakt in die Außenwelt. Mit viel Engagement wurde gelesen, gerechnet und der Löwenzahn auf der Wiese gesucht. Das Trainingsprogramm für die körperliche Ertüchtigung erstellt und gegenseitig in die Kochtöpfe geschaut. Integration, die Nachahmer*innen sucht!

Diese Form der Lernbegleitung ist sehr anstrengend, aber dringend notwendig, um solche Kinder nicht zu verlieren. Es kann nicht genug Dank ausgesprochen werden für diese liebevolle Arbeit!

Vielleicht finden wir auf diesem Weg neue Lernbegleiter*innen für Zakwan, Wabisah und Zaviyan, sowie viele andere Kinder. In dieser Intensität ist es nicht mehr leistbar für die beiden Ehrenamtlichen. Doch haben die Familie den Bedarf längst erkannt und wünschen sich weiter den Kontakt in vielfältigster Weise, damit ihre Integration gelingt.

Aus der Betriebsseelsorge Ulm ist dieses vorbildliche Engagement im Lockdown entstanden. Gott und Allah sei Dank für so viel Nächstenliebe!